For Those About To Rock – WE SALUTE YOU!
März 9, 2009
Montag Morgen und ich kann langsam aber sicher wieder sämtliche Geräusche in meiner Umgebung filtern und zuordnen. Mein Nacken entspannt sich, das Grinsen bleibt. Was ist passiert? Nun ja, ich wurde überfahren. Überfahren von einem Monster aus Rock. Ein Monster aus Stahl und Dezibel, ein dampfendes, schwitzendes, lärmendes Monster, frisch aus dem australischen Outback. Eine Lokomotive wie sie nur noch in Museen zu bestaunen ist. Riesig, schwer, stampfend und durch Feuer angetrieben. Eigentlich gibt es keine passendere Metapher als den Güterzug.
Rückblick: Oktober 2008. Endlich, nach 8 Jahren erblickt ein Album namens Black Ice das Licht der Welt. AC/DC sind zurück. Rock’n Roll Train begeistert, der Rest ist eher etwas mau. Aber nun gut, es gibt ein paar schöne Songs drauf. Aber das beste an einer neuen Platte ist: Eine gottverdammte Tour. Wir hatte Glück und Karten bekommen, vielen Dank für den Stress an meinen Mitschreiber
07.03.2009
Der Tag ist gekommen. Der Plan sieht vor, hier gegen zehn weg zu fahren, einen Abstecher nach Aachen zu machen und dann in Richtung ISS Dome zu gondeln. Normalerweise sind das Tage, an denen meist irgendwas schief geht und so fing der Tag auch an… Clumsy Mausch at work… Kaffee verschüttet, Dinge durch die Gegend fallen lassen etc. Ich schiebe es jetzt einfach mal auf die Vorfreude, die Nervosität verursacht hat. Aber anscheinend habe ich alles, was schief gehen kann damit abgearbeitet, denn der Rest des Tages wird der Knaller.
Die Fahrt nach Aachen stressfrei, direkt einen Parkplatz am Ziel gefunden, kurz die neue Wohnung des Mit-Schreiberlings in Augenschein genommen, ab in die Altstadt, Printen gekauft und eines der coolsten Pubs seit langer Zeit entdeckt. Dann im nächsten Pub die Schlusskonferenz der Bundesliga gekuckt, kurz nach Holland gedüst um das geilste Zeug des Planeten zu kaufen (nein, nicht DAS… nur Chocomel, das aber genauso killen kann) und dann ab nach Düsseldorf. Den Dome schnell gefunden, einen herrlichen Parkplatz in einer Seitenstraße, eines der letzten gekühlten Biere an der Tanke und dann ab in die Halle.
Hier muss ich kurz mal den Veranstalter loben: Schneller Einlass, viel Platz auch im Innenraum, ein angenehmes Angebot an Fressalien und Getränken und auch das Merchandise war bezahlbar (zumindest wenn man Maiden gewöhnt ist…). Also alles angerichtet für einen Abend, wie er perfekter nicht sein könnte.
The Answer (Myspace) machten viel Spaß als Vorband, zumindest bei den letzten drei Lieder, die wir mitbekommen haben. Endlich wieder eine Band mit „The“ die gute Musik macht. Schöner, schnörkelloser Rock mit einem Sänger, der mich an eine Mischung aus Robert Plant und Shannon Hoon erinnert. Die Jungs können was werden.
Dann nach erfreulich kurzem Umbau (ca. 30 Minuten) geht um 21 Uhr das Licht aus… Die ersten Gräusche werden laut und lauter, die Lok nimmt fahrt auf. Auf der Videowall läuft ein Comic im typischen AC/DC Style. Eine Lok rast durch die Pampa, Brian Johnson schläft auf einem Sitz, zumindest denkt man das, bis die Blondine im Fenster erscheint und Herr Johnson neckisch grinst und Angus schürt das Feuer. Zwei Damen machen sich über den Gott des Rock’nRoll her und versuchen die Lok zu bremsen. Klappt nicht und die Lok rast durch die Wand direkt auf die Bühne. Wow. Da steht er also, der Rock’n'Roll Train und genau damit geht es los. Was für ein Auftakt. Laut, klar, drückend, der Bass bringt die Eingeweide in Wallung und die Herrschaften im Hintergrund (meine Fresse, sind die alt geworden… Man sieht Malcolm, Cliff und Phil einfach zu selten
) schaffen den Untergrund für eine beeindruckende Perfomance der beiden Frontsäue Brian und Angus. Danach direkt die erste Überraschung (ich kannte die Setlist nicht): Hell ain’t a bad place to be… Wie geil ist DAS denn? Das habe ich ja schon ewig nicht mehr gehört… Dann das obligatorische Back In Black, der neue Big Jack (ein geiles Lied), Dirty Deeds und die nächste Überraschung: Shot down in flames? Der Hammer. Thunderstruck und Black Ice bereiten den Boden für den ersten Killer des Abends. The Jack mit der Angus Strip Show und einem höllenlauten Publikum, man merkt, dass man sich warmgesungen hat für die Höhepunkte, die noch folgen sollen. Hells Bells und Shoot To Thrill sind die ersten davon, dann kommt das – zum Glück nur kurze weil irgendwie langweilige – neue War Machine sowie Anything Goes.
Und dann ist kein Halten mehr, mit – einem meiner drei Lieblingslieder – You Shook Me All Night Long geht das Delirium los, TNT mit einem singenden Angus und das großartige Whole Lotta Rosie, die – wie immer überdimensional aufgeblasen – auf der Lok reitet und lasziv durch die Halle kuckt, wird das Publikum auf das absolute Highlight des Abends vorbereitet. Tchaikowsky had the news…
Let there be sound – and there was sound
Let there be light – and there was light
Let there be drums – there was drums
Let there be guitar – there was guitar
Let there be rock!
Das Ganze gipfelte in einem 10-15 minütigen solo von Angus, der alles, aber auch wirklich alles aufbot, was ihn zu einem der geilsten – weil effektivsten – Rock’n'Roll Gitarristen macht. Die 12000 Leute fraßen ihm aus der Hand, die Band war irgendwann mal verschwunden oder zumindest im dunkel ohne irgendwas zu tun, nur Angus bot die One-Man Show schlechthin und rief haufenweise Ungläubigkeit hervor.
Eine kurze Pause (vielleicht 2-3 Minuten) und dann kam der Abschluß. Highway to Hell und das obligatorische For Those About To Rock (We Salute You) mit Kanonendonner und letzten Kraftreserven. Die Lok war zwischenzeitlich verschwunden und die Videowall zeigte Bilder aus vergangenen Tagen. Und mit einem letzte FIRE! wurden wir aus der Welt des Rock’n'Roll entlassen. Glücklich wie selten zuvor nach einem Konzert.
Alles was mir bleibt ist: Danke! Danke für einen geilen Tag mit einem unglaublich genialen Abend. Auf ein baldiges Wiedersehen.
PS: Hah, eines musste ja noch passieren… Aber mit dem Grinsen im Gesicht könnte das Foto von der Autobahn einen Ehrenplatz erhalten…
Ein Traum…
September 30, 2008
Rückblick: Frühjahr 2008. Ein Mythos liegt im Sterben. Unfähigkeiten in den letzten Jahren haben ihn auf das Totenbett gebracht. Größenwahnsinn, kalte Wirtschaftlichkeit und blasse Buchhalterei haben den Riesen taumeln lassen und zwei Wikinger sowie zwei ehemalige Ikonen des Mythos brachten ihn in bester Zusammenarbeit mit Flexo zu Fall.
Dann wird der letzte Wikinger gefeuert, ein Kroate geholt. Der Mythos zappelt plötzlich wieder etwas. Aber das Herzblut fleißt noch nicht stark genug. Dann die ersten Gerüchte: Der verlorene Sohn kommt zurück. Es macht sich Hoffnung breit wo vorher jegliche Hofnung verloren war. Sollte er wirklich kommen? Er hat ja in Bochum gute Arbeit geleistet, ebenso vorher in Koblenz, zusammen auch noch mit dem Trainer. Ein Indiz mehr. Plötzlich steht es fest. Die Säge ist zurück. DAS Idol einer ganzen Generation, die Leitfigur einer ganzen Region. Alleinige Verantwortung für alles. Der flexible Ex-Wirtschaftsminister sowie der blasse Buchhalter, einst nur Adlatus des Schweizer Sonnenkönigs, treten ab.
Die Konsequenzen sind sofort spürbar. Der Mythos atmet stärker. Der Riese erwacht. Angetrieben von dem Herzblut einer ganzen Region, die plötzlich wieder wie eine Wand hinter dem Riesen steht und ihm den Rücken stützt. Der Riese erhebt sich und es fehlt nur noch ein Schritt.
Ein Sonntag im Mai. Nervosität. Angst. Anspannung. Nichtsdestotrotz ab ins Auto, ein Stoßgebet gen Fritz und auf die Autobahn in Richtung Neustadt.
Musik: Funeral March… Fight Fire With Fire….Into Glory Ride… Into The Eye Of The Storm… Burnin’ Alive… Arise… Angst Ist Nur Ein Gefühl… Allein Gegen Alle…
Am Kreuz Mutterstadt dann die ersten Autos mit Schals, Fahnen und ernst dreinblickenden Menschen. Die Anspannung steigt, aber es macht sich auch Vorfreude und Zuversicht breit. Das alles entscheidende Spiel… Ankunft in Neustadt, Fußmarsch mit danforth zum Bahnhof. Der Bahnhof ist gefüllt mit Rot-Weißen, überall ernste, grimmige, kampfbereite Gesichter. Die S-Bahnen heillos überfüllt. Wir beschließen, mit dem Auto in Richtung Kaiserslautern zu fahre.
Musik: D.A.D… Ansonsten gespenstische Ruhe, die Fahrt durch den Pfälzer Wald über die Dörfer kann einem depressiv machen. Vor allem an einem trüben Sonntag im Mai, wenn die Seele in Aufruhr ist, das Herzblut kocht und alles von 90 Minuten und maximal 14 Männern abhängig ist.
Dank der vorhanden Ortskenntnis finden wir einen schönen Parkplatz, 5 Minuten vom Bahnhof entfernt. Fußmarsch zum Bahnhof. Alles ist in einem Schleier von Rot und Weiß getaucht. Gut, die Kölner tragen ihr Scherflein dazu bei. Kurze Unterhaltungen mit Langhaarigen aus Köln, ein paar Aufmunterungen ausgetauscht und dann: Der Kreisel und Die Treppe. Die Spannung ist greifbar. Soviele Leute habe ich seit 10 Jahren nicht mehr auf dem Weg gesehen.
Der Aufstieg in die Kathedrale der Pfalz, in diesen überdimensionierten Tempel der Lust, vertieft die Trance. Die Straße zum Stadion ist proppenvoll, der Mannschaftsbus soll gebührend empfangen werden. Die junge Mannschaft braucht das Herzblut der 48500, die Kraft muss übertragen werden. Jeder mit Fans gefüllte Bus wird mit tosendem Applaus und lauten Rufen begrüßt. Die positive Spannung ist an jeder Ecke zu Spüren und in diesem Moment wird mir, wie so vielen, in deren Gesichter ich schaue, klar: Das klappt. Heute wird der Riese wieder auferstehen. Heute ist der große Tag, an dem ein Mythos neugeboren wird. Alle Menschen drumherum, selbst ein paar Kölner, die sich in diese Masse verirren, sind absolut gefangen von der Stimmung und der Magie, die in der Luft schwebt.
Die Busse kommen. Erst der Kölner Bus, dann direkt dahinter der des FCK. Clever gemacht von Polizei und Organisation. Die Kölner kommen mit ein paar Pfiffen davon, denn dieser pulsierende, kraftstrotzende Organsimus wendet sich dem Wichtigeren der beiden Busse zu. ein letztes Mal anfeuern, ein letztes Mal Kraft geben und dann geht es ins Stadion.
Der ausverkaufte Betzenberg. Ein Erlebnis, das kein Fußballfan jemals vergessen wird. Wäre ich nicht längst infiziert, hätte es mich an diesem Tag endgültig erwischt. Block 10.3. Westkurve links oben. Links von mir der Blick über die wolkenverhangene Stadt. Trübe Gedanken tauchen auf: Was wäre wenn… Was bliebe dieser Stadt noch? US-Soldaten weg, Pfaff tot, Das Opel-Werk.. Naja. Coca-Cola und die Uni. Was wäre diese Stadt ohne ihren Fußballverein? Eine Pariser Zeitung schrieb einmal: „Viele Städte haben ein Stadion. Der Betzenberg hat eine Stadt.“ Lange wurde er gefürchtet. Man wollte den Roten Teufeln die Punkte per Post schicken. In den letzten Jahren immer mehr zur Lachnummer geworden. Doch in den letzten Spielen flackerte der alte Geist auf. Und nun war die Stunde der großen Invokation gekommen. Ein riesiges Banner wird vor der West hochgezogen. Unzerstörbar. Ganz genau. Ein passendes Motto.
Das Betzelied…
[...] Läuft im Spiel mal nichts zusammen, und es will und will nichts geh’n, so woll’n wir doch geschlossen,hinter uns’rer Mannschaft steh’n,[...]Anpfiff durch Schiri Stark. Aufstellung:
Sippel – Demai, Ouattara, Mandjeck, Lamprecht – Kotysch, Bellinghausen, Lexa, Reinert (76. Jendrisek), Simpson (80. Runström), Ziemer (84. Bohl)
Der FCK ist spielbestimmend, die Kölner bereits aufgestiegen. Sie lassen sich aber nicht hängen und setzen gefährliche Angriffe. Eine Zigarette nach der anderen. Trance. Mein Hals fängt an zu kribbeln. Bin ich das, der da so laut rumschreit? Egal, alle um mich rum schreien. Zwingende Chancen auf beiden Seiten Mangelware.
Halbzeit. Bierchen. Durchatmen. Kurz mal nicht rauchen.
Wiederanpfiff. Kurze Drangphase des FC, aber nach ein paar Minuten sind die Roten Teufel wieder spielbestimmend. Trotzdem immer wieder Konter des FC. 69. Minute, Helmes auf und davon, alleine vor Sippel, schlenzt den Ball an Sippel vorbei, Pfosten. Uff. Durchatmen. Der direkte Gegenzug, Bellinghausen, die alte Kampfsau, tankt sich links durch, flankt, zu kurze Abwehr von wem auch immer, der Ball kommt zu Josh Simpson, der fackelt nicht lange und knüppelt den Ball mit sämtlichem Herzblut und vollem Willen in die Maschen.
Die Westkurve, sowie das ganze verdammte Stadion explodiert. In dem Moment, als der Ball die Linie überquert, fängt es an zu schütten wie aus Eimern.
Fritz-Walter-Wetter.
Kann jetzt noch was schief gehen? Spätestens nachdem Marcel Ziemer nach einer Flanke von Lexa das erlösende 2:0 (hatte sich bei dem Ding da etwa der Berg kurz gehoben?) erzielte und das 3:0 nach feiner Einzelleistung nachlegte, war klar:
„solang’s in Deutschland Fußball gibt, gibt es auch den FCK!“
Der Rest war Freudentaumel, laute Schreie, weinende Menschen und eine Platzstürmung. Bierduschen für die Spieler und den Trainer und Bilder, die ich niemals vergessen werde.
Vielen Dank an die Mannschaft, vielen Dank an Milan Sasic und vielen herzlichen Dank an Stefan Kuntz, der dem Mythos wieder Willen und Leben eingehaucht hat.
K A I S E R S L A U T E R N
Bankenkrise
September 30, 2008
„Alle große politische Aktion besteht im Aussprechen dessen, was ist, und beginnt damit. Alle politische Kleingeisterei besteht in dem Verschweigen und Bemänteln dessen, was ist.“ – Ferdinand Lassalle, Das System der erworbenen Rechte
Nun hat der amerikanische Kongreß also tatsächlich ein unglaubliches Rettungspaket abgelehnt. Was für eine Frechheit. 700 Mrd. Dollar sind doch nur die Hälfte der Portokasse… Gerade mal das ca. 2-fache des bundesdeutschen Haushaltes… 700 (in worten Siebenhundert) Milliarden. Das ist eine 7 mit ganzen ELF Nullen. Eine fast schon unglaubliche Summe, die da in einen Markt gepumpt werden soll, der sich aufgrund von überzogener Gier und unendlichem Profitstreben selbst in diese ziemlich missliche Lage gebracht hat.
Hier muss die Frage nach den immer öfter geforderten Selbstregulierungskräften des Marktes gestattet sein. Wehe der Staat will regulieren und den Markt kontrollieren. Die Rufe nach „freier Marktwirtschaft“ sind kaum zu überhören und schon fast ohrenbetäubend laut. Und jetzt? Jetzt soll der Staat plötzlich mit einer unfassbar großen Summe dafür eintreten, dass manche Leute den Hals nicht voll bekommen haben? Niemals.
Die Entscheidung des US-Kongresses ist überraschend, hart und vor allem sehr mutig. Denn ohne dieses Rettungspaket werden große Veränderungen auf den Finanzmärkten erfolgen. Einige werden als reiche Männer daraus hervorgehen, aber sehr viele Leute werden sehr viel Geld verlieren. Sehr viele bekannte Firmen- und Bankennamen werden für immer von der Landkarte verschwinden, Rezessionen können ausbrechen, die Weltwirtschaft kann in eine ziemliche Depression verfallen. Inflation, Ressourcenknappheit, Massenarbeitslosigkeit, was auch immer. Schwarzmalerei? Wahrscheinlich.
Zurück zur Ausgangsfrage: Darf oder soll der Staat mit solchen riesigen Summen eingreifen oder sollte man sich auf die Selbstheilungskräfte des Marktes verlassen?
Vielleicht ist dieser Prozess notwendig, um den Markt zu bereinigen. Vielleicht muss genau das passieren, um den ungezügelten und wilden Kapitalismus wieder in die Richtung einer sozialen Marktwirtschaft zu führen. Vielleicht wird aus dieser Krise ein Umdenken hervorgehen, vielleicht erwächst daraus ein gesünderes und distanzierteres Verhältnis zu Geld und Gewinn. Meines Erachtens stehen die Chancen hierfür nicht schlecht.
Die USA stehen vor der größten Krise seit 1929, vielleicht ist diese Krise sogar noch drastischer. Aber sollte hier ein Staat, der unglaubliche Summen aufwendet, um einen sinnlosen Krieg zu führen, den er nicht mehr beenden kann, sowie ein riesiges Handelsdefizit aufweist, tatsächlich eine solche Summe in die Rettung eines maroden und instabilen Systemes stecken?
Die Antwort wird die Zeit uns geben.
Pro Papier
September 25, 2008
Ugga.
Die technische Entwicklung ist ja bekanntlich wie Olli Kahn: Sie geht bzw. macht „Weiter, immer weiter!“. Jetzt dann also demnächst die … ähm … Name vergessen … ahja „SlotMusic“:
http://www.spiegel.de/netzwelt/web/0,1518,579635,00.html
http://www.gizmodo.de/2008/09/22/sandisk-stellt-slotmusic-vor.html
Wenn das ganze wirklich die CD ablösen sollte, dann herzlichen Glückwunsch und viel Spass beim Blättern im PDF-Booklet – falls es sowas dann überhaupt noch gibt. Mal ehrlich, das ist doch Kacke. Oder bin ich einfach zu alt für den Kram und es ist jetzt schon das passiert, worauf ich ja nur warte: Die technische Entwicklung überholt mich und ich werde starrsinnig.
Neeeee, aber wenn ich Musik kaufe, dann will ich mich doch genüßlich hinsetzen können, mir das Booklet schnappen, die Texte lesen und die (albernen) Bildchen gucken …
Bei wirklich, wirklich guten Platten, kann das Booklet und das Cover einen echten Beitrag zur Qualität des Werkes beitragen, es sozusagen auf einen noch höheren Level bringen oder ergänzen – finde ich zumindest. Deshalb kaufe ich auch idR alle Platten, die ich gut finde und begnüge mich nicht damit, sie als MP3s rumfliegen zu haben.
Beispiele sind mit Sicherheit die Platten der goldenen Maiden-Ära in den 80ern oder Konzeptalben wie Fear Factorys Obsolete. Gerade Maiden ist auch nur eines von unzähligen Beispielen dafür, dass Cover dazu beitragen, ein unverwechselbares Image und Icon einer Band zu transportieren. Was wäre Maiden ohne Eddie?!
Genau derselbe Kram mit Büchern:
http://www.spiegel.de/netzwelt/spielzeug/0,1518,575467,00.html
Will man das?! Paffzich Tausend Bücher in der Tasche haben?! Reichen nicht ein oder zwei?! Liest man Zwanzig gleichzeitig?! Bücher lesen hat für mich elementar was mit Umblättern zu tun, auch mit dem Cover des Buches und dem Geruch der Seiten. Hört sich blöd an, ist aber so.
Und dann macht der Akku die Grätsche und Essig ist mit lesen. Tolle Wurst. Digitalisieren zum Archivieren – OK. Für wissenschaftliche Texte / Lexika usw – genial. Aber soll ein E-Book wirklich das Papier an sich und generell ablösen?! Will ich Romane zukünftig nur noch elektronisch lesen?!
<Al Borland> Das glaub ich nicht, Tim. </Al Borland> Deshalb: Pro Papier. Ich will Booklets, ich will Bücher, und zwar echte, so wie Gutenberg sie sich vorstellte!
Danforth
Meine musikalische Sozialisation
September 25, 2008
Hurgh.
So, ich beschäftige mich ja gerade im Besonderen mit Musik. Also, mit meiner im Speziellen und damit auch mit der Musik an sich irgendwie im Allgemeinen. Warum ist das so?! Nun, ich digitalisieren gerade meine Plattensammlung. Also nee, nicht Platten im Sinne von Platten (Vinyl), sondern CDs. Irgendwie sage ich dazu aber gerne Platten – vielleicht steckt da ein heimlicher Wunsch dahinter. Ich bin nämlich ein paar Jährchen zu jung, um noch wirklich viele Platten (also Vinyl) zu haben. Oder besser: Ich habe zu spät angefangen, Musik zu kaufen, um noch viele Platten zu haben. Ich bin Jahrgang 1975 (ein besonders guter übrigens
) und habe so mit … hmmmm … Fuffzehn „ernsthaft „angefangen, Musik zu kaufen – also in größeren Volumina
). Da gab’s schon die Zeh-De.
Einige ganz wenige alte Sachen hab ich noch auf Platte – da gab’s noch einen Unterschied zwischen Singles und Maxis, falls sich jemand erinnert. Als Maxi hab ich irgendwo noch rumfliegen O.K. von Okay
und You spin me round von Dead Or Alive.
Das muss gewesen sein, als ich Dreizehn war. Wenn ich das heute so betrachte, kann man wohl sagen: Das ist der Grund warum es auch im englischen das schöne Wort „Zeitgeist“ gibt. More 80s geht wohl nicht. Dass ich auch auf das Zeug abgefahren bin (also Synthiekram), liegt zum großen Teil daran, dass mein Bruder (sechs Jahre älter als ich) glühender Depeche Mode Verehrer war. Irgendwas davon ist auch hängen geblieben, denn von denen denke ich heute noch, dass sie eine der großartigsten Bands der 80er waren! 101 ist für mich immer noch eine der besten Live-Platten überhaupt. Über den Habitus und das Auftreten von Dave Gahan kann man sicher denken, was man will, aber ansonsten – großes Tennis:
Eine erste schleichende Veränderung trat ein als ich 1988 Can I Play With Madness von Iron Maiden im Radio hörte. Ich glaub ich war zu jung, als dass es mich endgültig kickte, aber ich war latent infiziert. Einschneidend waren dann zwei Alben 1990: The Razor’s Edge von AC/DC und No Prayer For The Dying von Maiden. Thunderstruck lief überall und war einfach die Hard Rock Offenbarung in diesem Jahr. Es gab nichts größeres als auf irgendwelchen Parties volltrunken mit Angus die Luftgitarre zu malträtieren. Mit der 1991er Live-Scheibe aus Donington war’s endgültig vorbei – seitdem ist Accadacca für mich die unumstritten größte Hard Rock Kapelle des Planeten.
No Prayer hörte ich ständig abends bei einem Freund beim heimlichen Qualmen (geraucht hat er auch). Es sagt vielleicht was über die Qualität der Gruppe aus, dass mich dieses – wie ich heute finde – mit Abstand schlechteste aller Maiden-Alben endgültig infiziert hat. Seitdem und spätestens seit Fear Of The Dark bin ich Maiden komplett verfallen und einigermaßen unzurechnungsfähig wenn’s darum geht CDs von Maiden zu erwerben. Nur die beiden weiteren „Enttäuschungen“ Virtual XI und Dance Of Death bremsten zwischenzeitlich den Sammelwahn etwas … Und beim Betrachten des folgenden Videos fällt mir ein: R.I.P Graham Chapman!
But anyway: Life’s a piece of shit, when you look at it …
In dieser Zeit Anfang der 90er wurde dann alles aufgesogen, was irgendwie mit Heavy Metal / Hard Rock zu tun hatte: Manowar (ja, auch Manowar – man soll sich seiner Vergangenheit nicht schämen), Guns ‘n’ Roses, Megadeth, Metallica, Blinde Gardinen, Iced Earth, Monster Magnet, Type O Negative usw. usf. … Nicht die ganz harten Sachen – kein Death Metal, Grindcore, Black Metal und Thrash. Das kam teilweise später, wobei ich heute immer noch keinen Black Metal hören kann und Death nur in gewissem Maße.
Dazu kam Anfang / Mitte der 90er das, was man vielleicht als Mainstream Punk-Rock bezeichnen könnte – also Green Day, Offspring und Konsorten. Es gab in dem delirierten halben Jahr vor dem Abi 95 keine Party, auf der nicht Basket Case und Self Esteem direkt hintereinander liefen
Schließlich kam das Studium, also viel Zeit für Musik. Ich traf dort einige nicht namentlich zu nennende Nasen (u.a. meinen Mitblogger), mit denen der ein oder andere Abend kopfschlagend verbracht wurde. Da kamen dann endgültig auch die härteren Sachen dazu: Thrash, Industrial, Death (in Maßen), sprich Slayer, Testament, Gorefest, Fear Factory, Pantera et al. Schee war’s.
Zu den absoluten Highlights dieser Zeit zählte aber die Entdeckung einer bisher unbekannte Perle, die mich nachhaltig beeindruckte: die Arschkobra, also Turbonegro. Die ersten Klänge der Apocalypse Dudes mit den Kopfhörern auf den Löffeln beim Reinhören im Drogen Müller waren eine Offenbarung. Ziemlich sicher eine meiner Top-10 Platten. Und wer die Jungs noch nicht live gesehen hat, hat was verpasst. Gimme Death Punk, Baby!
Neben vielen genialen Live-Momenten bei Maiden, AC/DC, Turbonegro und Co. möchte ich zwei völlig unerwartete anführen, die mir ebenfalls neue Bands nahe gebracht haben. 1996 auf der AC/DC Ballbreaker Tour sah ich in der Dortmunder Westfalenhalle eine mir bis dahin unbekannte schwedische Schweinerock-Kapelle namens Backyard Babies. Holy Shit. Es will was heißen, wenn man im Vorprogramm von AC/DC nicht mit „Angus! Angus!“ Rufen von der Bühne gejagt wird. Die Babies wurden gefeiert. Der zweite geniale Moment war irgendwann Anfang des 21. Jahrhunderts in Berlin auf einem Tote Hosen Konzert, als die eigentlich geplante Vorband Gluecifer im schwedische Zoll stecken blieb (ein Schelm wer böses dabei denkt). Spontan sprang die Terrorgruppe ein. Aus irgendwelchen unerfindlichen Gründen waren die bis dahin komplett an mir vorbei gegangen. Selten so einen Spass gehabt: „Opa, halt’s Maul -ich scheiß auf Hitlers Feldzug!“ Großes Kino!
So, das war’s dann. Mein erster Post in unserem kleinen Familien-Blog. Mit Sicherheit ohne komplett vollständig zu sein, waren das wohl meine prägendsten musikalischen Erlebnisse.
Interessiert zwar eh keinen, aber jetzt wisst Ihr warum ich gerade fieberhaft auf die neuen Atzedatze-Scheibe warte und mir darüber ein zweites Loch in den Allerwertesten gefreut habe, dass in letzter Zeit so viele totgesagte Bands so geile Alben veröffentlichten. Erwähnt seinen nur Slayers Christ Illusion, Testaments The Formation Of Damnation oder Metallicas Death Magentic (jaja, darüber kann man sich stundenlang auslassen – grottigste Produktion usw. usf. – aber rein musikalisch definitiv ein Schritt in die richtige Richtung!).
In diesem Sinne: Rock ‘n’ Roll ain’t noise pollution
Danforth
P.S.: Mal eine kleine Bemerkung nebenbei: Es ist ja gar nicht alles teurer geworden durch den bösen Oiro. Auf einigen meiner im letzten Jahrtausend erworbenen CDs pappt noch der Preispapper, und siehe da: Ich hab schon vor 14 Jahren für die Youthanasia von Medadeth 31 Mack 95 hingelegt. Also alles gar nicht so schlimm …
Gunn’Tach
September 22, 2008
Hugga!
Herzlich Willkommen in der Blogosphäre oder wie das neudeutsch auch immer heißen mag. Hier werden der Herr Danforth sowie meine Wenigkeit in gewissen – wahrscheinlich unregelmäßigen – Abständen Artikel veröffentlichen. Natürlich stellen sich nun als erstes Fragen. Um was wird es gehen? Welche Themen werden angeschnitten? Wer sind diese Narren überhaupt? Und nicht zuletzt: Was für ein bescheuerter Name ist das überhaupt für ein Blog?
Um die letzte Frage möchte ich mich getreu dem Motto „Die Letzten werden die Ersten sein“ nun zunächst widmen. Geht es um mangelndes Stehvermögen? Nope. Eher um geistige Ergüsse. Manchmal bewusst, manchmal unbewusst. Eigentlich sollte man ja denken, bevor man die Klappe aufmacht, aber andererseits soll man das Denken den Pferden überlassen. Also wird hier ab sofort besprochen, philosophiert, gedichtet, polemisiert, abstrahiert und mit Fremdwörtern nur so um sich geworfen. Mal ohne nachzudenken, mal mit. Danke übrigens an die großartigen JBO für den Titel…
Die Thematik ist noch nicht festgelegt, allerdings würde ich folgendes vorschlagen: Hier wird alles primär Wichtige besprochen. Also der 1. FCK und neue Metalplatten. Sowie Erlebnisse bei diversen Fußballmanagern und anderen bedeutenden Kulturgütern. Vielleicht auch noch um Wein und/oder Whiskey, Reisen und in ein paar kurzen Nebensätzen kommt vielleicht auch etwas Politik vor.
So. Dies zur Einführung. Noch ein paar grundsätzliche Dinge:
Sollte der geneigte Leser oder in diesem Falle die geneigte Leserin mit den hochgezogenen Augenbrauen zufällig die Lebensgefährtin eines der Protagonisten sein: Sorry.
Für den Inhalt sind die Autoren nicht verantwortlich, auf Anfrage können Atteste bzgl. der geistigen Unzurechenbarkeit der Protagonisten gefälscht werden.
Rechtscheibfehler dürfen behalten werden.
Die Autoren sind nicht kritikfähig. Opfergaben und Anbetungen können in den Kommentaren hinterlassen werden.
Und nun: Hallo Welt! Hallo ihr versprengten, unsozialisierten und vereinsamten Internetfreaks! Hallo ihr zufällig Hereingestolperten! Hallo ihr Verwirrten! Leset und werdet erleuchtet. Leset und denkt nach. Kontroverse ist kein Schimpfwort!